Travel Dogs – Wandertouren mit Hund

Wandern für alle Felle

Wissenswertes um das Wandern mit Hunden

Nicht umsonst nennt man den Hund den besten Freund des Menschen – und wir möchten unsere besten Freunde immer und überall dabei haben. Gerade wenn es darum geht, sich gemeinsam in der freien Natur zu bewegen, gibt es keinen besseren Wanderpartner als eine kalte Hundeschnauze.

01 · Die Vorbereitung

Gut geplant ist halb gewandert

Bei einer Wanderung mit dem Hund ist eine gute Organisation sehr wichtig. Diese Fragen solltest Du klären, bevor Du mit Deinem Vierbeiner losgehst:

  • Ist der Wanderweg für Hunde geeignet?
  • Gibt es Bäche, Flüsse, Seen und Trink- und Bademöglichkeiten?
  • Führt die Route im Schatten?
  • Wo gibt es Schlüsselstellen wie Kuhherden oder Wildtiere?
  • Gibt es genügend Einkehrmöglichkeiten?
  • Gehorcht mir mein Hund zuverlässig?
  • Besitze ich die nötige Ausrüstung für eine Wanderung mit Hund?
  • Plane ich eine Übernachtung auf einer Hütte?
Wandern mit Hund über eine Bergwiese
Hundehalterin mit gut erzogenem Hund unterwegs

02 · Die Erziehung

Ein gut erzogener Hund macht Freude

Man kann seinen Vierbeiner immer mitnehmen, und die Gefahren sind besser einschätzbar. Zu den Grundsignalen Sitz, Platz und Fuß sind in den Bergen auch Steh, Bleib und Stopp unheimlich wichtig – sie können Hundeleben retten. Das sollte Dein Hund mitbringen:

  • gute Sozialverträglichkeit und stabilen Grundgehorsam
  • Alter von mindestens einem Jahr
  • Kondition für 5–7 Stunden Gehzeit
  • keinen hohen Jagdtrieb (sonst nur angeleint)
  • Leinenführigkeit und verlässliche Abrufbarkeit
  • EU-Heimtierausweis mit Kennzeichnung und gültiger Tollwutimpfung (mind. 30 Tage und max. 12 Monate vor Grenzübertritt eingetragen)

03 · Die Ausrüstung

Halsband oder Geschirr?

Halsbänder sind hübsch und praktisch – und ich bin persönlich ein großer Fan davon. Meine Hunde haben mehrere, die wir je nach Jahreszeit und Bedarf variieren.

In den Bergen aber sind Halsbänder eine große Gefahr für den Hund. Dort sollte man unbedingt auf ein gut sitzendes Geschirr umsteigen – am besten eines mit Tragegriff, um dem Hund beim Aufstieg unter die Pfoten greifen zu können.

Am besten eignet sich ein Y-Geschirr, das dem Hund so viel Freiheit im Schulter- und Brustbereich wie möglich lässt. Ein qualitativ hochwertiges Modell mit Metallverschlüssen und Haltegriff – sicher ist sicher.

Y-Geschirr für Hunde
Hund an der Leine beim Wandern

Die Leine

Da die Wanderwege gerade in den Sommermonaten gut besucht sind, muss der Hund stets an der Leine geführt werden – zum Schutz des Hundes und der anderen Wanderer.

Damit Du die Hände frei hast, eignet sich eine Jogging-Leine, die am Körper befestigt wird und Mensch und Hund genügend Bewegungsfreiheit lässt. Im Hochgebirge oder an Wegen mit exponierten Stellen ist hingegen eine „normale“ Hundeleine besser.

Packliste „Wandern mit Hund“

Das muss unbedingt mit

Es soll natürlich nicht zu schwer sein, aber alles beinhalten, was man brauchen könnte. In dieser Checkliste findest Du alles, was Du und Dein Liebling auf einer mehrtägigen Wanderung braucht.

Grundausstattung

  • Hundekotbeutel
  • Hundehandtuch
  • leichte Hundedecke
  • Hundefutter
  • faltbarer Trinknapf oder Hundetrinkflasche
  • Leine: normale Führleine oder Schleppleine – keine Flexi
  • Brustgeschirr und evtl. Halsband
  • evtl. Maulkorb (keine Maulschlaufen) – mit Maulkorb kann der Hund besser hecheln und sich abkühlen
  • Heimtierausweis
  • Chipnummer

Erste-Hilfe-Set für Hunde

  • eine Tasche aus wasserabweisendem Material
  • Verbandmaterial, das auch am Fell gut hält (elastische Fixierbinde)
  • Hundeschuhe (bei Verletzungen an den Pfoten)
  • Zeckenzange
  • Desinfektionsspray
  • Alkoholtupfer
Hund an der Leine auf dem Wanderweg Rast am Lagerfeuer mit Hund

04 · Die Wanderung

Unterwegs: Worauf es ankommt

Flüssigkeit

Denk immer an ausreichend Wasser für Dich und Deinen Liebling – am besten schon bei der Tourenplanung nach Gewässern Ausschau halten. Da Hunde nicht schwitzen, sondern ihren Temperaturhaushalt übers Hecheln regeln, überhitzen sie schneller als Menschen.

Futter

Der Hund braucht eine gute Grundlage, sollte aber keinen zu vollen Magen haben – sonst wird er müde und träge. Lieber nach dem Frühstück kurz ruhen lassen: eine kleinere Portion vor der Wanderung und einige Leckerlis für unterwegs.

Pausen

Selbst der fitteste Vierbeiner braucht seine Verschnauf- und Ruhepausen. Auch wenn die Hunde noch aktiv wirken: je nach Route und Temperatur ruhig Zwangspausen einlegen. Ein schattiges Plätzchen, Wasser und ein Snack helfen beiden, Energie zu tanken.

Übernimm Dich nicht

Achte darauf, dass Du mit Deinem Hund nur Touren machst, die eurer Fitness und dem Ausbildungsstand entsprechen. Unsere Wanderungen sind deshalb in vier Schwierigkeitsstufen eingeteilt.

Stufe 1 Schwierigkeitsstufe 1: sau gmiadlich

Sau gmiadlich

Kurze, ebene Runden. Ideal für junge, ältere oder ungeübte Hunde.

Stufe 2 Schwierigkeitsstufe 2: geht scho

Geht scho

Halbtagestouren mit leichten Anstiegen. Grundgehorsam sollte sitzen.

Stufe 3 Schwierigkeitsstufe 3: gscheid zach

Gscheid zach

Lange Tagestouren mit ordentlich Höhenmetern. Kondition erforderlich.

Stufe 4 Schwierigkeitsstufe 4: echt hoat

Echt hoat

Mehrtagestouren und anspruchsvolles Gelände für eingespielte Teams.

05 · Tipp

Richtiger Umgang bei Kuhherden und Wildtieren

Auf Deiner Wanderung triffst Du nicht nur andere Wanderer: Rehe, Kühe, Pferde, Schafe und Ziegen grasen oft auf den frischen Wiesen. Damit sich die Tiere besonders in der Schonzeit im Frühling nicht bedroht fühlen, gilt es einige Regeln einzuhalten.

Informiere Dich vorab über Jagd- und Schonzeiten und halte Ausschau nach den „RespekTiere“-Schildern. Auch Hochstände und Futterkrippen weisen auf den Lebensraum von Wild hin.

  • Geh ruhig und zügig mit Deinem Hund an der Leine vorbei.
  • Behalte die Tiere im Auge, damit Du früh genug reagieren kannst.
  • Vermeide direkten Kontakt zu Tieren mit Jungtieren – halte genügend Abstand.
  • Kommt es zu einer bedrohlichen Situation: Ruhe bewahren und Dich vorsichtig zurückziehen.
  • Kommt ein Tier auf Dich zu, nimm den Hund von der Leine.
Begegnung mit einer Kuh auf der Weide

Kurz beantwortet

Häufige Fragen zum Wandern mit Hund

Ab welchem Alter darf ein Hund mit auf eine Bergwanderung?

Ein Hund sollte mindestens ein Jahr alt sein, bevor er auf längere Bergtouren mitgenommen wird. Vorher sind Gelenke und Wachstumsfugen noch nicht ausgereift. Kurze, ebene Runden sind auch für jüngere Hunde geeignet.

Halsband oder Geschirr – was ist beim Wandern besser?

In den Bergen ist ein gut sitzendes Y-Geschirr die sichere Wahl. Es lässt Schulter und Brust frei und verteilt den Zug. Ein Modell mit Tragegriff hilft, dem Hund an steilen Stellen unter die Pfoten zu greifen. Ein Halsband kann im Gelände zur Gefahr werden.

Was gehört in die Packliste für eine Wanderung mit Hund?

Kotbeutel, Hundehandtuch, leichte Decke, Futter, faltbarer Trinknapf oder Trinkflasche, Führ- oder Schleppleine (keine Flexi-Leine), Brustgeschirr, gegebenenfalls Maulkorb, Heimtierausweis und die Chipnummer. Dazu ein Erste-Hilfe-Set mit elastischer Fixierbinde, Hundeschuhen, Zeckenzange, Desinfektionsspray und Alkoholtupfern.

Wie verhalte ich mich mit Hund bei einer Kuhherde?

Ruhig und zügig an der Leine vorbeigehen und die Tiere im Blick behalten. Zu Kühen mit Kälbern genügend Abstand halten. Kommt es zu einer bedrohlichen Situation, Ruhe bewahren und sich langsam zurückziehen. Läuft ein Tier auf Sie zu, nehmen Sie den Hund von der Leine, damit er ausweichen kann.

Wie viel Wasser braucht ein Hund beim Wandern?

Hunde regeln ihren Wärmehaushalt über das Hecheln und überhitzen schneller als Menschen. Planen Sie die Route deshalb entlang von Bächen und Seen, führen Sie in jedem Fall Wasser und einen faltbaren Napf mit und legen Sie im Schatten regelmäßig Trinkpausen ein.

Was bedeuten die vier Schwierigkeitsstufen der Touren?

Sau gmiadlich steht für kurze, ebene Runden für junge, ältere oder ungeübte Hunde. Geht scho bezeichnet Halbtagestouren mit leichten Anstiegen. Gscheid zach meint lange Tagestouren mit vielen Höhenmetern. Echt hoat steht für Mehrtagestouren und anspruchsvolles Gelände für eingespielte Mensch-Hund-Teams.

Dürfen Hunde in den Nationalpark Bayerischer Wald?

Hunde dürfen den Nationalpark auf den ausgewiesenen Wegen begleiten, müssen dort aber angeleint bleiben. Das schützt Wild, Bodenbrüter und den Hund selbst. Informieren Sie sich vor der Tour über die aktuell geltenden Regelungen des Nationalparks.

Dann kann es losgehen

Wenn Du all diese Dinge beachtest, steht Eurem Wandertrip nichts mehr im Weg. Erstelle Dir Deine eigene Checkliste, damit Du nichts vergisst – und buche Deine Unterkunft frühzeitig, besonders in vierbeiniger Begleitung. Wir wünschen Euch viel Freude und eine unvergessliche Wanderung.

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